Zellmodellentwicklung

Zelllinien- und iPSC-basierte Modelle für maßgeschneiderte In-vitro-Anwendungen

Die Entwicklung robuster, maßgeschneiderter Zellmodelle ist entscheidend für die biomedizinische Forschung, die Arzneimittelentwicklung und die Grundlagenforschung. Sie schafft die Basis für konsistente und physiologisch relevante Ergebnisse.

Wir entwickeln individuell angepasste 2D- und 3D-Zellmodelle für spezialisierte Anwendungen und Assays. Dabei arbeiten wir mit Primärzellen, primärähnlichen Zellen, Tumorzelllinien, sowie induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs). Aus iPSCs etablieren wir z. B. gerichtete Differenzierungen zu neuronalen Zellen und Leber-Organoiden, um physiologisch relevante Modelle für Wirkstoffentwicklung, Toxikologie und Grundlagenforschung bereitzustellen.

Für genetische Modifikationen, beispielsweise die Integration von Zielgenen (Genes of Interest), setzen wir transiente Transfektion oder stabile genomische Integration mittels viraler Methoden sowie CRISPR/Cas-basierte Genomeditierung ein. Unsere rekombinanten Expressionssysteme ermöglichen zudem die gezielte Expression physiologisch relevanter und schwer exprimierbarer Gene oder Proteine, die je nach Anforderung konstitutiv oder induzierbar gesteuert werden. Die Qualität und Identität unserer Zellmodelle überprüfen wir mittels etablierter immunologischer Färbungen, Western Blot- und qPCR-basierter Analysen sowie zelltypspezifische Funktionsassays. Dadurch können Zellidentität, Differenzierungsstatus und die Expression relevanter Marker zuverlässig bewertet werden.

Charakteristika und Nutzungspotentiale der Technologie

  • Breites Spektrum an Zellmodellen (Primärzellen, Zelllinien, iPSCs)
  • Gerichtete Differenzierungsprotokolle für neuronale Zellen und Leber-Organoide
  • Flexible Kultivierungsoptionen: serumfrei, Suspension, Sphäroide, Organoide, Barriere- und Cokulturmodelle
  • Flexible genetische Modifikationen: transiente oder stabile Modifikationen mittels Vektortransfektion, lentiviraler Transduktion und CRISPR/Cas – mit konstitutiven oder induzierbaren Expressionssystemen
  • Integrierte Analyseverfahren zur Selektion und Qualitätskontrolle (Färbungen, qPCR, WB, Zellsortierung, funktionelle Tests)
  • Übertragbar auf verschiedene Anwendungsfelder: Wirkstoffentwicklung, Toxikologie, Grundlagenforschung

Wir setzen unsere Kompetenzen für Ihre Forschungsziele ein.

Unser Beitrag zu Ihrem Projekt

  • Individuelle Beratung zur Auswahl des passenden Zellmodells für Ihre Fragestellung
  • Übernahme der gesamten Modellentwicklung – von der Konzeption bis zur fertigen, validierten Zellplattform
  • Anpassung von Differenzierungs- und Kultivierungsprotokollen an Ihre Infrastruktur und Assay-Anforderungen
  • Durchführung genetischer Modifikationen mit anschließender Charakterisierung und Dokumentation
 

  • Lieferung gebrauchsfertiger Zellmodelle inklusive aller Qualitätskontrollen und Protokolle
  • Unterstützung bei der Integration der Zellmodelle in Ihre bestehenden Workflows
  • Option auf langfristige Zusammenarbeit für Folgeprojekte und Optimierungen

Das könnte Sie auch interessieren:

 

Metabolisierung von Wirkstoffen

Entdecken Sie weitere Angebote und Informationen zu spezifischen Anwendungsfällen und  konkreten Einsatzmöglichkeiten der Technologie! 

 

  • Metabolisierung von Wirkstoffen
  • Präzisere Screenings zur Beschleunigung Ihrer Wirkstoffentwicklung
  • Synthese von Membranproteinen

 

PremoCell: Photonic Analytik-Plattform

zur Echtzeitüberwachung von Stammzell-basierten In-vitro-Modellen

© Fraunhofer IPMS

Im Verbundprojekt PremoCell entwickelt das Fraunhofer IZI-BB humane Leberorganoide aus induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPS-Zellen).

Die dreidimensionalen Modelle integrieren neben Hepatozyten weitere leberassoziierte Zelltypen wie Kupffer-Zellen, Stellate-Zellen und sinusoidale Endothelzellen (LSECs), um zentrale Eigenschaften menschlichen Lebergewebes abzubilden und schaffen eine humanrelevante Grundlage für die präklinische Bewertung von Wirkstoffkandidaten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines krankheitsnahen Modells für metabolisch assoziierte steatotische Lebererkrankungen und Steatohepatitis (MASLD/MASH).

Am Fraunhofer IPMS werden photonische Sensorchips entwickelt, die eine zeitaufgelöste Erfassung ausgewählter Biomarker ermöglichen sollen. Durch die Verbindung dieser Sensorik mit den hochdurchsatzfähigen 2D-Lebermodellen des Fraunhofer IBMT sowie den physiologisch relevanten Leberorganoiden und krankheitsnahen MASLD/MASH-Modellen des Fraunhofer IZI-BB soll eine flexible Plattform für Wirksamkeits- und Toxizitätsuntersuchungen in physiologisch relevanten In-vitro-Modellen entstehen.

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iBBB: iPSC-basierte Blut-Hirn-Schranken-Modelle

für die präklinische Wirkstoffbewertung

Im Projekt werden physiologisch relevante Zellmodelle aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) aufgebaut. Dazu werden iPSCs kultiviert, charakterisiert und in für die Blut-Hirn-Schranke relevante Zelltypen differenziert, darunter Endothelzellen, Perizyten und Astrozyten. Die Zellen werden hinsichtlich ihrer Identität, Qualität und Funktion umfassend geprüft, beispielsweise über spezifische Marker, Barriereeigenschaften und Transportmechanismen. Standardisierte Kultivierungs- und Qualitätskontrollverfahren sowie Zellbanken schaffen die Grundlage für eine langfristig zuverlässige Nutzung der Modelle in Forschung und präklinischer Wirkstoffbewertung.

 

PhysioInk: Prozessoptimierte Biotinten

für den praxistauglichen 3D-Biodruck

Im Verbundprojekt PhysioInk entwickeln die Fraunhofer-Institute ISC, IAP, IMWS und IZI-BB prozessoptimierte Biotinten für den 3D-Biodruck physiologisch relevanter Gewebe. Ziel ist es, gute Druckbarkeit und biologische Funktionalität zu verbinden, um komplexe Gewebestrukturen reproduzierbar herstellen zu können.

Das Fraunhofer IAP und das Fraunhofer ISC stabilisieren Kollagen und Elastin mithilfe spezieller Makromoleküle. Das Fraunhofer IZI-BB untersucht Zell-Material-Interaktionen, Zellverträglichkeit und die Nährstoffversorgung gedruckter Gewebe durch optische Mikrosensoren. Die Biotinten werden unter anderem für physiologisches Herzgewebe sowie standardisierte Darmtumormodelle für die präklinische Wirkstoffentwicklung getestet.

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PZ-Syn: Pilzbasierte zellfreie Syntheseplattformen

Zellfreie Syntheseplattformen für die Herstellung innovativer Biokatalysatoren

© Alexander Karich
Cystoderma lilacipes in ihrer natürlichen Umgebung.

In der Fraunhofer Projektgruppe entwickeln Fraunhofer IZI-BB, BTU Cottbus-Senftenberg und TU Dresden neue zellfreie Syntheseplattformen zur schnellen Herstellung unspezifischer Peroxygenasen aus Pilzen mit dem Ziel neue pharmakologische Testsysteme zu entwickeln. Unspezifische Peroxygenasen katalysieren unter anderem selektive Sauerstofftransferreaktionen, wie sie auch bei der Metabolisierung von Arzneistoffen in der menschlichen Leber stattfinden. Die Ähnlichkeit zu Leber-gebildeten Metaboliten wird mithilfe eigens dafür entwickelter Leberzellmodelle mit definiert eingebrachten Biotransformationsenzymen überprüft.

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PZ-Syn+G: Synthese G-Protein-gekoppelter Rezeptoren

Neue GPCR-Plattformen für das gezielte Wirkstoffscreening

© Fraunhofer IZI-BB

Das Projekt »PZ-Syn+G« baut auf der Fraunhofer-Projektgruppe »Pilzbasierte zellfreie Syntheseplattformen« (PZ-Syn) am BTU-Campus Senftenberg auf und richtet seinen Fokus auf die Etablierung einer verlässlichen Produktionspipeline für funktionsfähige G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) – eine Rezeptorfamilie, die auf Grund ihrer Schlüsselfunktion für zentrale Signalwege das Ziel von mehr als einem Drittel aller zugelassenen Arzneistoffe darstellt. Aufgrund ihrer komplexen Struktur gehören sie jedoch zu den schwer zugänglichen Proteinklassen – ein Engpass für Wirkstoffforschung und Diagnostik.

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HepatoTox: Mikrofluidische Bioreaktoren

für in-vitro-Toxizitätsmessungen (Liver-on-a-Chip)

Mikrofluidische Bioreaktoren für in-vitro-Toxizitätsmessungen (Liver-on-a-Chip)
© Fraunhofer IZI-BB
Mikrofluidische Bioreaktoren für in-vitro-Toxizitätsmessungen (Liver-on-a-Chip)

Das in diesem Projekt entstandene Mikrophysiologische System (Liver-on-Chip) zur Beurteilung der Langzeittoxizität von Wirkstoffen soll mittelfristig Tierversuche ersetzen. Die Echtzeitmessung der Konzentrationen von Glukose und Sauerstoff sowie des pH-Werts ermöglicht nicht nur eine Qualitätskontrolle, sondern liefert auch wertvolle zeitaufgelöste Informationen über die metabolische Aktivität der Hepatozyten, wenn sie Wirkstoffkandidaten oder chemischen Substanzen ausgesetzt sind.

ZUr Technologie

NGD: Next Generation Drugs

Biotechnologisch aktivierte Wirkstoffe – maßgeschneiderte Plattform für die Präzisionsmedizin

Das Fraunhofer IZI‑BB optimiert zellfrei Peroxygenasen und entwickelt humane Lebermodelle, um Wirkstoffe wie Clopidogrel und Tamoxifen in hochwirksame, verträgliche Metaboliten umzuwandeln. BTU und Fraunhofer IAP skalieren die Produktion und entwickeln die Formulierung und zelluläre Testung.

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  • Vollausgestattete Facility für Zellkulturarbeiten (S1/S2) bis hin zum Bioreaktormaßstab
  • Genetische Modifizierung von Zellen mittels viralem oder CRISPR-Cas basiertem Gentransfer
  • Charakterisierung von Primärzellen und Zelllinien z.B. hinsichtlich:
    • Proliferation, Migration
    • Genexpression mittels PCR und RT-qPCR Methoden
    • Proteinexpression mittels mikroskopischer und durchflusszytometrischer (Immun)Detektion (z.B. Fluoreszenzfärbung, Western Blot, FACS)
    • Enzymaktivität
    • Metabolismus
    • Zytotoxizität

Geräte

  • PCR (Biometra Tadvanced, Analytic Jena) und RT-qPCR (LightCycler®, Roche)
  • Durchflusszytometrie inkl. Fluorescence Activated Cell Sorting (FACS Cellsorter SH800S, Sony Biotechnologies)
  • Multimode-Plattenreader ClarioStar Plus (BMG Labtech)
  • Konfokales Laser Scanning-Mikroskop (Zeiss LSM 980 mit NLO-Laser), Inkubationskammer, Mehrphotonen-Anregung, Fluoreszenz/Phosphoreszenz-Lebensdauern und Korrelationen mittels Lifetime-Imaging (FLIM/PLIM) und Fluoreszenkorrelationsspektroskopie (FCS)
  • Vollautomatisierte Fluoreszenzmikroskope für Zeitrafferaufnahmen lebender Zellen unter physiologischen Bedingungen (Time-Lapse-Mikroskopie mit Inkubationskammern) (CellSens; ScanR mit KI)
  • TIRF-Mikroskopie (Olympus)
  • Laser Tweezer / optische Pinzette mit Laser-Mikrodissektion (Palm / Zeiss)
  • Homogenisator Precellys Evolution Touch (Bertin Instruments)
  • Next Generation Sequencing (NGS) (Illumina MiniSeq™)
  • HPLC (Shimadzu) und UHPLC (Ultimate 3000 nanoRSLC, Dionex)

  • Steinbrecht S, Pfeifer N, Herzog N, Katzenberger N, Schulz C, Kammerer S, Küpper J-H. HepG2-1A2 C2 and C7: Lentivirus vector-mediated stable and functional overexpression of cytochrome P450 1A2 in human hepatoblastoma cells. Toxicology Letters 319 (2020) 155–159.
  • Schulz C, Jung F, Küpper J-H. Inhibition of phase-1 biotransformation and cytostatic effects of diphenyleneiodonium on hepatoblastoma cell line HepG2 and a CYP3A4-overexpressing HepG2 cell clone. Clin Hemorheol Microcirc 79 (2021) 231-243.
  • Schulz C, Herzog N, Kubick S, Jung F, Küpper J-H. Stable Chinese Hamster Ovary Suspension Cell Lines Harboring Recombinant Human Cytochrome P450 Oxidoreductase and Human Cytochrome P450 Monooxygenases as Platform for In Vitro Biotransformation Studies. Cells 12 (2023) 2140.
  • Knauer J-F, Schulz C, Zemella A, Wüstenhagen D-A, Walter R-M, Lüpper J-H, Kubick S. Synthesis of mono Cytochrome P450 in a modified CHO‑CPR cell‑free protein production platform. Scientific Reports 14 (2024) 1271
  • Schulz C, Stegen S, Jung F, Küpper J-H. Mono-CYP CHO Model: A Recombinant Chinese Hamster Ovary Cell Platform for Investigating CYP-Specific Tamoxifen Metabolism. Int. J. Mol. Sci. 26 (2025) 3992

Patente

  • Schulz C, Küpper J-H. Testsystem aufweisend stabil CYP-transfizierte oder transduzierte Säugetierzellen. DE 10 2023 102 366.7 / WO 2024 16 08 63 A1